Foursome Camping

Zu viert campen ist schon ein wenig anders, als wenn man nur zu zweit unterwegs ist, nur mit einem Fahrzeug durch den Busch fährt. So durften wir zum Beispiel nur mit zwei Fahrzeugen den Trail zurück in den südafrikanischen Teil vom Park fahren. Es gibt logischerweise viel mehr Sicherheit, mal ganz abgesehen davon, dass der Navigator und ich bei dem Besuch der Hyäne auf unserer Campsite sicherlich im Auto verschwunden wäre, anstatt tapfer um unser Fleisch auf dem Feuer zu kämpfen.

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Nicht dass wir spaßbefreit wären, aber wir hätten, wenn wir alleine unterwegs gewesen wären, mit Sicherheit weniger gelacht. Wir waren die ganze Zeit, während wir unterwegs waren, per Walkie-Talkie verbunden und haben dies in erster Linie genutzt um Frotzeleien auszutauschen. Mal abgesehen von den Momenten in denen der Akku vom Walkie-Talkie alle ist, weil Clement vergessen hat das Teil am Vorabend auszuschalten. Was uns zu einem weiteren Aspekt führt. Die Anzahl der Kandidaten für den Preis “Opfer des Tages” ist um den Faktor 2 gestiegen. Der schönste Moment war, als Clement das Dachzelt zusammengepackt hat, das dauert ungefähr 15 Minuten, um dann festzustellen, dass er den Fahrzeugschlüssel im Zelt hat liegen lassen. Das sind herrliche Momente gewesen, zumindest für drei von uns.

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Wenn man zu viert unterwegs ist, besteht auch eine gute Chance, dass man nicht derjenige ist, der von den Mücken für die kommende Nacht auserwählt ist und aufgefressen wird. Wir hätten auch nicht die tollen Fotos von Clement, in denen er uns bzw. Humphrey aufgenommen hat. Wie z.B. diese hier, in dem der Navigator doch lieber das Fenster geschlossen hat. Nicht das die Luke oben nicht groß genug gewesen wäre für Elsa, die aber glücklicherweise damit beschäftigt war die Gnus auf der anderen Seite der Straße zu beobachten.

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Auch wenn man glauben könnte, dass man zu viert mehr anpacken, demnach in kürzerer Zeit mehr schaffen könnte, täuscht man sich. Irgendwie hat alles länger gedauert und unterlag nicht dem preußischen Optimierungsansatz. Ebenso kam hinzu, dass Brecit mir meinen Job als Küchenassi genommen hat. Normalerweise bin ich der Handlanger vom Küchenchef, nun fand ich mich hin und wieder arbeitslos und musste mich entspannt in einen Stuhl setzen, während andere um mich herum arbeiteten. Darin bin ich nicht wirklich gut.

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“If I do not make a plan now, what will I change tomorrow?” Navigator.

Was aber viel schlimmer wiegt als all der Aufwand, sind zwei weitere Meinungen, die in jeder Diskussion berücksichtigt werden müssen. Sei es was man als nächstes macht, was es am Abend zu essen gibt, wo wir lang fahren wollen oder auch nur, wann wir halten, um zu frühstücken. Eigentlich könnte man davon ausgehen, dass es auf solch einem Trip nicht wirklich viel zu diskutieren gibt, aber da kann man sich täuschen. Auch im Nichts gibt es viele Optionen. Von daher wurden ständig Pläne gemacht, hier taten sich besonders der Navigator und Clement hervor, während ich keinen Plan wollte und Brecit sich an den Diskussionen nicht beteiligte. Wenn dann aber der Navigator und Clement einen Plan entworfen haben, wurden Brecit und ich nach unserer Meinung gefragt, was dann zu weiteren Diskussionen führte. Die Idee planlos durch die Gegend zu tuckern, geht nicht auf, wenn man zu viert ist und die Sonne allen das Hirn weich kocht.

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Nach einer aufregenden Woche haben sich dann unsere Wege getrennt: Clement und Brecit mussten wieder arbeiten gehen und wir haben, bevor wir gen Süden gefahren sind, noch eine Nacht auf der Campsite verbracht, auf der wir unsere Tour in die Kalahari gestartet haben. Natürlich sind wir in dieser Nacht von Mücken attackiert worden. Humphrey wurde nachts – der Akustik nach – von ca. drei Millionen Mücken umrundet. Im Auto kämpften wir glücklicherweise nur mit ein paar Mücken, aber es war ein deutliches Signal dafür, das mehr Opfer einem das Leben leichter machen.

Und doch waren wir auch happy, wieder alleine zu sein. Auf einmal war es viel leiser, ruhiger. Das hat durchaus auch seine Reize.

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Der Ausflug in diesen Teil der Kalahari hat uns eine Menge geboten. Eine große, rennende Herde Eland, Löffelfüchse, Pantherschildkröten, Mistkäfer und natürlich jede Menge der üblichen Verdächtigen. Auch die Erkenntnis, dass ich keine Ahnung habe von den Bäumen die daheim wachsen, aber inzwischen in der Lage bin,  Tierspuren im Sand zu lesen und zu wissen ob da heute Nacht Löwen oder Hyänen zum Wasserloch gelaufen sind.

Nur in einem Punkt wurden wir enttäuscht: Wir hatten die Vorstellung, jede Menge Erdmännchen zu sehen und Zeit zu verbringen, diesen bei ihrem doch recht lustigen Treiben zuzuschauen. Daraus wurde nichts. Nur ganz am Ende haben wir für einen kurzen Moment ein Erdmännchen-Expeditionskommando gesehen, die dann aber so schnell verschwunden waren, wie sie gekommen sind. Das heißt wir müssen wiederkommen. Keine schlechte Perspektive.

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